Het gewone leven.

Een feest van herkenning?

Mein ganzes Leben habe ich damit verbracht micht anzupassen an die Bedürfnisse anderer. Der Preis? Meine eigenen Identität.

Lieber Papa,

Ich schreibe Dir heute, um Dir folgendes mitzuteilen: Ich mache Schluss. Schluss mit meiner Beziehung zu Dir, der Person die biologisch gesehen mein Vater ist. Rückblickend auf meine Jugend hat mich eure Scheidung und dein Verhalten mehr beeinflusst als jeder, auch ich selbst dachte. Ich war ein unauffälliges Kind. Meist fröhlich, gute Noten, gut erzogen. Oder in anderen Worten, laut deiner Beschreibung: Pflegeleicht.

Mein Gott, war ich als Kind immer froh, wenn ich meinen Papa sehen konnte, wenn wir schöne Unternehmungen machten. In den sporadischen Momenten, die wir einander sahen, war ich dann auch tatsächlich pflegeleicht. Ich wollte schließlich eine schöne Zeit mit meinem Papa verbringen.

Hier folgen nun einige Fakten, die ich Dir nie erzählt habe: Ich habe mich bei Dir und in deinem Haus nie wirklich zuhause gefühlt. Es war immer klar, dass ich nur zu Besuch dort war. Deshalb habe ich negative Gefühle auch nie gezeigt. Du warst mehr wie ein Onkel, den ich ab und zu mal sehe, aber eine echte Vater-Tochter Bindung haben wir niemals aufgebaut. Irgendwann im Leben scheine ich gelernt zu haben zu ‘pleasen‘. Verdammt, ich bin richtig gut darin mich und meine Gefühle und Bedürfnisse zu ignorieren, um es anderen recht zu machen. Das Lächeln, die Zustimmung, die Gastfreundlichkeit, besorgt sein um die Gefühle anderer, immer ‚Ja‘ sagen. Mensch, es ist wirklich eines der Schlimmsten Geschenke meiner Jugend. Bis heute darf ich mich damit rumschlagen. Das leise Gefühl, dass ich vielleicht nicht gut genug war und mein Papa deshalb weggegangen ist, wurde immer lauter im Laufe der Jahre. Die Angst nicht zu genügen ist so tief in mir verwurzelt, dass ich sie bis heute spüre. Vor allem in Liebesbeziehungen zu Männern. Aber auch in Freundschaften. Im Job. Konstant das Gefühl nicht zu genügen, Unsicherheit, Zweifel über mein Können als Professional. Verdammt, die Liste ist endlos!

In dem Moment, in dem ich den Kontakt zu Dir pausieren wollte und du dies nicht respektiert hast musste ich einfach hart bleiben. Ich musste mich schützen und mein Verhaltensmuster des ‚pleasens‘ durchbrechen. Ansonsten mache ich doch genau dort weiter, wo ich aufgehört habe: Ich passe mich an die Bedürfnisse meines Vaters an und ignoriere meine eigenen. Aber damit ist jetzt Schluss!

Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass Du meinen Entschluss nicht respektierst und dass dir jedes Mittel recht ist, um deinen Willen zu bekommen: Stalking, Schlecht über mich Reden, Bedrohungen, schlechtes Gewissen einreden, appellieren an meine Pflichten als Mutter, meine Mutter miteinbeziehen. Ehrlich gesagt machst du mir Angst mit diesem Verhalten und zwingst mich dazu weiterhin Abstand von Dir zu halten. Für mich und für meine Tochter. Ich hoffe, du kannst noch ruhigen Gewissens in den Spiegel schauen.

Du erntest, was du gesät hast.

Ich bin mittlerweile eine erwachsene Frau mit Verantwortung für mich und meine Gefühle. Du warst nicht da, als ich einen Vater brauchte. Jetzt brauche ich Dich nicht mehr.

Ich wünsche Dir ein schönes Leben.

Tschüss, Papa!

Kennst du das Gefühl sich für die Anerkennung der eigenen Eltern selbst zu vernachlässigen? Wie hast Du Grenzen gesetzt?

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